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HELMUT THIELE
Zu Gast in Gehrden am 3. März 2001
Programm : Patrick Süskind "Der Kontrabass"
Aus dem Presse-Echo :
Ruft er seine Sarah, oder traut er sich doch wieder nicht ? Eine Frage, die Helmut Thiele in Patrick Süskind Einpersonenstück "Der Kontrabass" am Sonnabend in der ausverkauften Gehrdener Festhalle unbeantwortet ließ.
Grandios gestaltete Thiele das Wechselbad der Gefühle dieses verbeamteten Kontrabassisten an der Staatsoper : Mal ist er der verkannte Künstler, dann wieder jammerndes Häufchen Elend, um gleich darauf seine Wut über all das Unverständnis für seine Kunst herauszuschreien. Und dazu ist er auch noch unglücklich verliebt, weil seine Angebetete, die junge Sopranistin Sarah, ihn in der Schar der Orchester-Musiker überhaupt nicht zur Kenntnis nimmt. Nicht einmal dann, wenn er als einer von sechs Kontrabassisten "eklatant" schön spielt.
Liebevoll ist das von dem Schauspieler selbst entworfene Bühnenbild gestaltet. Bescheiden lebt dieser Künstler : Bett, Tisch, Sessel, Hocker, eine vollgestopfte Regalwand und davor natürlich das große Instrument, das immer im Weg ist - zwischen diesen Polen bewegt sich sein wenig aufregendes Leben.
Wunderbar umständlich hantiert Thiele in Schlappen und schlampigem Bademantel mit dem Plattenspieler, um dem Publikum immer wieder wortreich die Bedeutung des Kontrabasses als Fundament aller Musik zu erläutern. Zwischendurch öffnet er geschickt und schnell zahlreiche Bierflaschen, deren Inhalt er in sich hineinschüttet.
Dass hinter dem Elend des einsam vor sich hin Saufenden ein Reichtum an Zartgefühl, Musikempfinden und Intelligenz verborgen ist, andererseits die dünne Schicht aus Witz und manchmal zu Lachtränen reizender Komik nur mühsam die Verzweiflung des "Tuttisten" überdeckt, kam durch Thieles Spiel auf ebenso amüsante wie anrührende Weise zum Ausdruck und wurde mit nicht enden wollendem Beifall belohnt.
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