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VOLKER LECHTENBRINK
Zu Gast in Gehrden am 30. November 2002
Programm : “Es gibt auch andere, die so empfinden wie ich“
Werke von Oscar Wilde, Erich Kästner und Wolfgang Borchert
Aus dem Presse-Echo :
Der Name Volker Lechtenbrink verbindet sich für viele mit den Berufen Schauspieler und Sänger. Dr. Detlef Illemann, Vorsitzender des Gehrdener Kulturforums, bekanntermaßen eines Arbeitskreises des SPD-Stadtverbandes, konnte denn auch „volles Haus“ melden, als er die Besucher der Festhalle begrüßte.
Der Schauspieler war mit seiner Frau und seinem Hund angereist. Das Hundeverbot in einem Hotel in der Schulstrasse war schnell vergessen. Um so freundlicher ist er im Hotel „Ratskeller“ aufgenommen worden : „Meinen ersten Adventsteller habe ich in diesem Jahr hier in Gehrden bekommen“, betonte er in seiner Begrüßung. Nicht nur mit diesen Worten, sondern mit seinem insgesamt frischen und offenen, natürlichen Wesen landete er einen Volltreffer bei den Besuchern der Lesung.
In seinem „literarischen Gepäck“ hatte Volker Lechtenbrink Werke von Oscar Wilde, Erich Kästner und Wolfgang Borchert. „Alle drei waren Literaten voller Witz und Sensibilität“, sagt Lechtenbrink.
Die Lesung beginnt mit Oscar Wildes „Märchen vom glücklichen Prinzen“. Der irische Schriftsteller erzählt darin die Geschichte eines Königssohnes, der nach seinem Tode in einem mit Blattgold überzogenen erzenen Standbild weiterlebt. Von seinem erhöhten Blickwinkel sieht er eine Menge unglücklicher Menschen. Eine kleine Schwalbe, die auf ihrem Flug nach Ägypten eigentlich nur kurz Station bei ihm machen wollte, hilft dem Prinzen unter Opferung ihres eigenen Lebens, das Unglück in seiner Stadt zu lindern, damit sein bleiernes Herz leichter wird. Lechtenbrink trägt den Dialog zwischen dem Prinzen und dem kleinen Vogel so einfühlsam und mit solcher stimmlichen Wärme vor, dass keiner der Zuhörer unberührt davon bleibt.
Nach Wilde liest der Schauspieler Gedichte von Erich Kästner, die einen kritischen und doch humorvollen Blick auf ihre Zeit werfen.
Nach der Pause steigert Lechtenbrink abermals das Tempo. Er liest „Schischyphusch“ von Wolfgang Borchert : Die Karikatur zweier Menschen, die in Herkunft und Habitus unterschiedlicher nicht sein könnten und doch eines gemeinsam haben : einen Sprachfehler, der jedes „s“ zu einem „sch“ erweicht und der die beiden in einem Gartenlokal aneinander geraten lässt. Ein wahrhafter „Zungenbrecher“ für jeden Rezitator, den Lechtenbrink glänzend meistert.
Insgesamt ein brillanter Auftritt, den der Künstler mit zwei Zugaben beschließt, bevor ihn das begeisterte Publikum mit anhaltendem Applaus entlässt.
Eine besondere Ehrung erfuhr Volker Lechtenbrink allerdings noch nach der Veranstaltung : Rolf-Peter Hübner, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Gehrden, hatte das Goldene Buch der Stadt mitgebracht, in das sich der prominente Gast eintrug.
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