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Das 1993 gegründete Kulturforum Gehrden ist der kulturelle Arbeitskreis des Ortsvereins der SPD Gehrden. Es ist das kleinste von bisher 37 regionalen Kulturforen, die allesamt in einem lockeren Verbund zum Kulturforum der Sozialdemokratie stehen, das 1983 von Willy Brandt gegründet worden ist und dessen Vorsitzender z.Zt. der Bundestagsvizepräsident Dr. Wolfgang Thierse ist.
Das Gehrdener Kulturforum versteht sich als kultureller Service der örtlichen Sozialdemokratie für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Gehrden und lädt in unregelmäßigen Abständen Künstlerinnen und Künstler von Rang und Namen zu vorwiegend literarischen Veranstaltungen ein.
Diese Abende, die sich allein über die Eintrittspreise tragen müssen, sind inzwischen zu einem festen Bestandteil der „Gehrdener Szene“ geworden und finden durchweg vor ausverkauftem Haus statt. Besonders stolz sind wir auf die parteiübergreifende Akzeptanz unseres Angebots, die wir vor allem dem weitgehenden Verzicht auf parteipolitische „Agitation“ bei unseren Aktivitäten verdanken. Dennoch sind wir überzeugt, letztlich mit unserer Arbeit doch einen politischen Effekt zu erzielen, nämlich eine Sympathiewerbung für die örtliche SPD. Darüber hinaus hoffen wir, dass über die anspruchsvolle Präsentation von literarischen Werken auch für diejenigen Grundwerte geworben wird, die Sozialdemokraten seit jeher auf „ihre Fahnen“ geschrieben haben : z.B. Toleranz, Friedfertigkeit, soziale Gerechtigkeit, Solidarität mit den Schwachen, Achtung vor der Natur.
Die Dichter sind ja nie müde geworden, in eindringlicher Weise auf bestehendes Unrecht hinzuweisen und zur Wachsamkeit gegen Gewalt, Unterdrückung und Rassismus aufzurufen. Heinrich Heines „Die schlesischen Weber“, Paul Celans „Todesfuge“, Bert Brechts „Kinderkreuzzug“ oder Wolfgang Borcherts „Sag nein !“ ( um nur einige Beispiele zu nennen) sind Manifeste der Humanität, denen sich keiner, der sie je gehört oder gelesen hat, entziehen kann. 
Kulturarbeit kann und sollte auch präventive Sozialarbeit sein: Ermutigung zu mehr Menschlichkeit, zu Gewaltfreiheit und gegenseitiger Achtung, so wie zum Widerstand gegen Fundamentalismus, Dogmatismus und Extremismus jeder Art .
Wenn unsere kulturellen Veranstaltungen diesem Ziel ein wenig nahe kommen, haben wir schon viel erreicht. Aber natürlich wollen wir unser Publikum auch -ganz ohne Sendungsbewusstsein - auf hohem Niveau unterhalten und es mit Künstlern und Künstlerinnen von Rang unmittelbar bekannt machen. Mit diesem Konzept haben wir bisher breite Anerkennung gefunden. Und wichtig ist vor allem, dass sich die Einsicht „Kultur macht Sinn“ in allen Schichten unserer Gesellschaft mehr als bisher durchsetzt !
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